Film-Review: „Emoji – Der Film“

von Tony Leondis
T.J. Miller, James Corden, Anna Faris, Patrick Stewart

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Man kann ja aus wirklich allem Filme machen, oder? Actionfiguren („Transformers“, „G.I. Joe“) oder sogar Gesellschaftsspiele („Battleship“) mussten schon dafür herhalten, also warum nicht auch Emojis? Diese kleinen Hilfen sind aus der täglichen digitalen Kommunikation nicht mehr wegzudenken und vielleicht kann man ja auch etwas Originelles aus ihnen machen? Erste leise Zweifel nach der ersten Ankündigung haben sich aber nach der Sichtung definitiv bestätigt: „Emoji – Der Film“ ist Grütze.

Das liegt aber per se nicht an der Idee, überhaupt einen Film über Emojis zu machen. Schließlich gibt es unzählige von ihnen, die in den Händen der richtigen Leute vielleicht für jede Menge kreativer Einfälle hätten herhalten können. Doch ernüchtert muss man feststellen, dass das genaue Gegenteil eingetreten ist: „Emoji“ ist ein einziges Déjà-vu; die Geschichte scheint jedenfalls aus mehreren Animationsfilmhits der jüngeren Vergangenheit nur so zusammengeklaubt zu sein. Textopolis, die bunte Welt der Emojis, erinnert durch die Szenen des alltäglichen Lebens dort mit ihren verschiedenen Bewohnern stark an „Die Monster AG“. Dass der Hauptfigur Gene später mit Jailbreak ein cooler, weiblicher Hacker und Alleskönner zur Seite gestellt wird, ist sicher auch nicht neu, weckte allerdings sofort Erinnerungen an „The LEGO Movie“. Das Innere einer digitnalen Welt und wie ihr Tun die menschliche Außenwelt beeinflusst? Inklusive Ausflug in eine Welt voller Süßigkeiten? „Ralph reichts“ lässt grüßen. Und irgendwie hat die dramaturgische Zuspitzung im Ende auch etwas von „Alles steht Kopf“.

Man hat also alles schon mal gesehen, ohne dass eine ausreichend eigene Note mit eingeflossen wäre. Die Witze sind permanent flach und zünden nur selten und warum gebrauchte es gleich zweier Tanznummern? Derlei Einlagen sind oft in Animationsfilmen nur bemüht-eklige Stimmungsmacher, die selten aus der Handlung heraus entstehen und einen Zweck erfüllen. Und bei „Emoji“ ist das kaum anders – ob sich Kinder davon wirklich anstecken lassen? Im Kino konnte jedenfalls nicht beobachtet werden, wie jemand spontan mitgetanzt hätte. Und als Krönung gibt es jede Menge bekannte Marken zu „bestaunen“: Facebook, YouTube, Spotify, Just Dance, Candy Crush und mehr – an diesem Product-Placement führt kein Weg vorbei.

Fazit: „Emoji – Der Film“ ist seelenloser, kaum unterhaltsamer Schrott.

3/10

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