Game-Review: „Little Nightmares“

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In jüngerer Vergangenheit gab es einige Jump ’n‘ Runs zu spielen, die mit ihren kniffligen Rätseln, fantastischen Designs und spannenden, mitunter geheimnisvollen Inhalten die Gamer in ihren Bann gezogen haben. Spiele wie „Unravel“, „Limbo“ oder „Inside“ kann man zu dieser Riege Spiele zählen und nun kommt „Little Nightmares“ um die Ecke.

Als Spieler schlüpft man in die Rolle von Six, ein kleines Mädchen mit gelbem Regenmantel, das eines Tages in einer finsteren Umgebung aufwacht. Die Spielmechanik ähnelt einiger der oben erwähnten Vertreter sehr stark: Neben Laufen und Springen kann Six noch Gegenstände greifen und verschieben und sich selbst an Dingen festhalten und sich ducken. Fortan gilt es, sich seinen Weg durch die düstere Welt zu bahnen.

Einen einstellbaren Schwierigkeitsgrad gibt es nicht, ein Tutorial ist bei den wenigen Handgriffen, die benötigt werden, nicht notwendig. Die Rästel sind in der Regel nie besonders knifflig und deren Lösung ist meist schnell gefunden. Das sorgt beim ersten Mal für eine angenehm fixe Abfolge von kleinen Erfolgen, aber zugleich bleiben große Herausforderungen in der Hinsicht gänzlich aus. Große Hirnwindungen, wie man sie bei „Limbo“ gebrauchen musste, sind hier nicht nötig. Am schwierigsten gestalten sich da eher Lauf- und Sprungpassagen, die besonders beim ersten Spieldurchgang im Trial-and-Error ausarten können. Die Steuerung ist in solchen Momenten keine besonders große Hilfe, diese könnte nämlich ein wenig weicher sein. Hat man sich an diese gewöhnt, meistert man aber bald auch diese Momente souverän.

Der Umfang von „Little Nightmares“ ist nicht besonders groß. Fünf Kapitel umfasst das reguläre Abenteuer von Six, von denen jedes eine Spielzeit von 20-30 Minuten umfasst. Dass man eine Trophäe (auf der PS4) gewinnen kann, indem man es in nur einer Stunde oder weniger durchspielt, verdeutlicht nochmal die Kürze. Die größte Stärke des Titels liegt jedoch in seiner Präsentation: Licht gibt es nur wenig und besonders am Anfang kaum. Zur dichten Atmosphäre gehört die Dunkelheit, die man jederzeit mit einem Feuerzeug ein wenig durchbrechen kann. Die unheimliche Tonspur und die beizeiten aufkeimende Musik sorgen für wohlige Gänsehaut und die morbiden Level- und Figurendesigns erwecken den Eindruck, Filmregisseur Tim Burton hätte höchstpersönlich hinter dem Projekt gestanden. Zudem kommt das Spiel mit einer interessanten Story daher, über deren wahre Bedeutung man sicher grübeln kann.

Fazit: Gameplaytechnisch erfindet „Little Nightmares“ sicher nicht das Rad neu und gibt sich in der Hinsicht relativ simpel. Dafür punktet das Spiel mit einer herausragenden Atmosphäre und tollen, weil schrägen Designs, die Lust auf ein erneutes Spielen machen, wodurch auch die Kürze des Titels wieder relativiert wird.

7/10

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