Film-Review: „Killing Ground“

von Damian Power
mit Harriet Dyer, Mitzi Ruhlmann, Tiarnie Coupland

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Australien soll ja ein ganz schönes Land sein, aber wer dort in den Wäldern auf eigene Faust etwas unternimmt, der hat Pech gehabt – zumindest, wenn es nach dem Horrorfilmgenre geht, in dem schon unzählige Male allerlei Hinterwäldler und eklige Kreaturen nur darauf gewartet haben, Unschuldigen den Garaus zu machen. Ob die Tourismusbehörde glücklich darüber ist, dass Spielfilmdebütant Damian Power einen weiteren Beitrag zum Ruf Australiens als inoffizielles Land des Grauens leistet? Bestimmt nicht. Fans knochentrockener Terror-Action werden allerdings voll auf ihre Kosten kommen.

Das Pärchen Samantha (Harriet Dyer) und Ian (Ian Meadows) will einfach nur einen Campingausflug an einem kleinen See im Wald unternehmen. Als sie dort ankommen, stellen sie fest, dass sie offenbar nicht die einzigen sind, die das schöne Fleckchen für sich entdeckt hat. Dass das benachbarte Familienzelt leer ist, ist zunächst nicht weiter auffällig, schließlich könnten die anderen einfach nur auf Wanderung sein. Doch nach und nach erschließt sich den beiden, dass etwas Schreckliches vorgefallen sein muss…und dass es ihnen schon bald selbst widerfahren könnte.

Im Grunde genommen ist „Killing Ground“ eine simple Angelegenheit, aber gleich zu Beginn wird deutlich, dass sich Power, der auch das Drehbuch schrieb, und seine Cutterin Katie Flaxman dem Plot auf kreative Weise annähern. Denn zunächst werden die Handlungsstränge um Samantha und Ian in der Gegenwart und der anderen Camper in der Vergangenheit parallel erzählt. Dass man verschiedene Zeitebenen miteinander kombiniert, ist zwar nicht ganz neu, aber in „Killing Ground“ geschieht das auf eine solch behutsame Art, dass sich das Erzählkonstrukt erst nach einiger Zeit offenbart. Beim Zuschauer setzt dann ein feiner „Aha“-Effekt ein, wenn es endlich dämmert. Anschließend ist es möglich, einfach am Ball zu bleiben und beiden Geschichten zu folgen, wie sie unweigerlich auf einen gemeinsamen Punkt zusteuern.

Diese Erzählweise entpuppt sich insbesondere für die Darstellung der Antagonisten im Film als gewinnbringend heraus. Diese werden nicht gleich auf Anhieb als klischeebeladene Psychopathen eingeführt. Im Gegenteil, in den ersten Momenten könnte man sie fast als weitere normale Figuren wahrnehmen. Doch auch bei ihnen wird erst nach und nach eine Ebene ihrer Persönlichkeit nach der anderen entfernt, bis ihr wahres Ich zum Vorschein kommt. Und wenn sie dann ihrem kranken Verstand nachgeben, wird es bitter für ihre Opfer und nervenzerreißend für den Zuschauer. Realistisch, schnörkellos und mit unerbittlicher Konsequenz inszeniert Power deren Gräueltaten. Dabei muss er nicht einmal alle Gewaltakte in ihrer Gänze offen darlegen. Wenn endgültig klar wird, was sie verbrochen haben, wird das durch das suggestive Zeigen des Ergebnisses vermittelt. Wer jetzt aber glaubt, dass Power vor der Härte seines eigenen Stoffes zurücksteckt, der sei an dieser Stelle beruhigt: Es gibt noch genügend kranke On-Screen-Gewalt zu bewundern.

Fazit: Damian Power ist ein äußerst vielversprechendes Debüt als Spielfilmregisseur gelungen – „Killing Ground“ ist kurzes, intensives Terrorkino vom Feinsten, das Fans grimmig-realistischer Kost vollends zufriedenstellen sollte.

8/10

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