Film-Review: „The Mermaid“

von Stephen Chow
mit Chao Deng, Yun Lin, Show Luo

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Mit Filmen wie „Shaolin Kickers“ oder „Kung Fu Hustle“ machte Regisseur Stephen Chow schon vor einiger Zeit auf sich aufmerksam und fand mit seinem durchgeknallten Humor auch hierzulande einige Fans. Nun landete er mit „The Mermaid“ den größten Hit seiner Laufbahn, denn zwischenzeitlich war sein Film mit einem weltweiten Einspiel von über 500 Millionen US-Dollar der erfolgreichste chinesische Film aller Zeiten. Zurecht?

Der reiche Playboy Liu Xuan (Chao Deng) plant inmitten eines Naturschutzgebietes ein großes Immobilienprojekt und vertreibt dafür die in einer Bucht lebenden Delfine mit Hilfe eines mächtigen Sonars. Was er aber nicht weiß: In der Gegend leben auch seit Langem Meerjungfrauen und andere menschenähnliche Bewohner der Ozeane, die ebenfall von den Umwälzungen in ihrem Lebensraum betroffen sind. Um sich zu retten schmieden sie einen teuflischen Plan: Sie schicken die schöne Shan (Yun Lin) los, um Liu zu töten. Doch der Plan droht zu misslingen, als zwischen Täterin und Opfer plötzlich die Funken sprühen.

Romantik, Slapstick, Action und eine Öko-Botschaft – Filmemacher Chow hat sich jede Menge vorgenommen und schmeißt seine Zutaten ohne Rücksicht auf Verluste in den Topf und rührt einmal kräftig um. Das Ergebnis bricht mit den üblichen Sehgewohnheiten des westlichen Zuschauers, denn „The Mermaid“ ist in jeglicher, aber vor allem typisch asiatischer Hinsicht überkandidelt: Die Darbietungen überschreiten mehr als nur einmal die Grenze zum Overacting, die Musik versprüht künstlich-übertriebenen Pathos inkl. Schlagermusik aus Fernost und zudem geizt man auch nicht mit mittelmäßigen CGI-Effekten und knalligen Farben.

Das klingt nun alles irgendwie furchtbar und der nicht daran gewöhnte Zuschauer darf das durchaus unerträglich finden. In Wahrheit aber trägt die ganz und gar nicht subtile Inszenierung nur zum trashig-humorigen Charme des Films bei. In seinen besten Momenten wirkt der Humor von „The Mermaid“, ähnlich wie auch schon in den eingangs erwähnten Werken Chows, nämlich wie die perfekte Live-Action-Version eines japanischen Mangas oder Animes. Kann man nervig finden, aber der Autor dieser Zeilen findet es einfach nur amüsant. Gleich in mehreren Szenen wird das Zwerchfell vor lauter Lachen böse strapaziert, aber auch dazwischen sorgen schon die Eingenheiten verschiedener Figuren für permanentes Grinsen. In der Hinsicht tut sich besonders der von Show Luo gespielte Octopus hervor, der mit todernster Miene in schrägster Haltung durch die Gegend spaziert und allein dadurch einen göttlichen Anblick abgibt. Wenn er dann später versehentlich für ein Sushi-Menü herhalten soll, liegt man dann endgültig am Boden.

Trotzdem muss auch ein Film wie „The Mermaid“ eine Geschichte erzählen und während sich auch die romantischen Zwischentöne insgesamt gut in das humoristische Gesamtbild einfügen, sorgt der Aspekt mit der Gefährdung der sogenannten Meermenschen und besonders der Showdown für einen verhältnismäßig tonalen Konflikt. Eine Spur zu ernst geht es dann zu, statt noch etwas konsequenter die Humorfahne hochzuhalten. Dass die Öko-Message mit dem Vorschlaghammer präsentiert wird, sollte jedoch nicht überraschen.

Fazit: „The Mermaid“ ist ganz klar Blockbuster-Kino aus China und will einem möglichst breiten Publikum auch viel bieten. Dass das Ergebnis insgesamt seicht und simpel ausfällt stört aber nicht, denn dazu ist der Film einfach zu durchgeknallt witzig – wenn man sich drauf einlassen kann.

7/10

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