Film-Review: „Isle Of Dogs – Ataris Reise“

von Wes Anderson
mit Bryan Cranston, Liev Schreiber, Scarlett Johansson

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Typisch. Das sagt man ja gerne mal, wenn etwas eintrifft, das aufgrund vergangener Erfahrungen wenig überraschend erneut eintritt. Typisch, dass dieses und jenes passiert, typisch, dass Person X das jetzt getan hat. Oft genug fällt das Wort in einem negativen Zusammenhang, ab und an in einem eher neutralen, wenn es um die Beschreibung von Eigenschaften geht. Aber wann kommt es einem selbst in einem aufrichtig positiv empfundenen Moment über die Lippen? Das dürfte vermutlich schon deutlich seltener passieren. Aber „Isle Of Dogs – Ataris Reise“ ist typisch Wes Anderson – im allerbesten Sinne.

In einer nicht allzu fernen Zukunft gibt es in Japan ein paar Hunde zu viel und zu allem Überfluss geht von ihnen auch noch eine neuartige Krankheit aus. Als radikale Maßnahme beschließt deshalb der Bürgermeister von Megasaki City, dass alle Hunde auf eine Insel voller Müll gebracht werden. Auch Spots (Originalstimme: Liev Schreiber), Leibwächterhund von Atari (Koyu Rankin), Ziehsohn des Bürgermeisters, wird weggeschickt. Doch Atari will ihn zurückholen und so macht er sich alleine auf eine abenteuerliche Reise nach Trash Island. Dort trifft er auf eine Gruppe anderer Hunde, zu denen auch der Streuner Chief (Bryan Cranston) gehört. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach Spots…

Mit „Isle Of Dogs“ legt Anderson nach „Der fantastische Mr. Fox“ seinen zweiten Stop-Motion-Animationsfilm vor. Natürlich bietet sich das Genre bei einer Geschichte über sprechende Hunde an, aber abgesehen davon ist auch das jüngste Werk des Filmemachers durch und durch, nun ja, typisch für ihn: Beim Anblick einer wunderbar symmetrischen Einstellung gleich zu Beginn fühlt man sich sofort wie Zuhause, die visuelle Handschrift des Regisseurs ist einfach unverkennbar und dominiert auch hier wieder die Bildgestaltung. Erstaunlich, dass sich die Wiederholung des Bekannten aber zu keiner Sekunde abnutzt, bei Anderson ist sie fester Teil seiner künstlerischen Identität und wird dementsprechend erwartet, ja geradezu herbeigesehnt. Dazu zählt aber nicht nur die Wahl des richtigen (und vertrauten) Bildausschnitts, sondern auch die Detailverliebtheit darin. Die Kostüme der Figuren und die Sets wurden liebevoll gestaltet und mit allerlei kleinen Einfällen versehen.

Aber nicht nur filmisch ist der Film ein waschechter Wes Anderson: Auch seine Hunde dürfen furztrocken, ernst und gerade deshalb so lustig den perfekt getimeten, skurrilen Humor ihres Schöpfers zum Besten geben, den Fans noch in jedem seiner Kinofilme vorfinden. Dass sich für die Sprechrollen einige der namhaftesten Stars der Traumfabrik zusammengefunden haben, ist hierbei das Sahnehäubchen bei diesem flott erzählten Werk, das voller kleiner Ideen ist. Wollte man spontan überhaupt etwas kritisieren, dann dass einige antagonistisch auftretende Figuren eine Spur zu rasch geläutert werden – aber auch das kann durchaus als Teil der humoristischen Gesamtplans verstanden werden.

Fazit: Wes Anderson ist zurück und präsentiert sich mit „Isle Of Dogs – Ataris Reise“ wie eh und je. Fans werden definitiv glücklich sein. Hundliebhaber sowieso.

8/10

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