Film-Review: „Early Man“

Regie: Nick Park

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„Wallace & Gromit“ oder „Shaun das Schaf“ – das britische Filmstudio Aardman Animations hat schon einige weltbekannte Marken hervorgebracht und einige Oscars eingeheimst für ihre Stop-Motion-Filme. Mit „Early Man“ steht nun das nächste Werk an, für das wieder einmal Nick Park verantwortlich zeichnet.

Die Steinzeit: Dug, sein Wildschweinkumpel Hognob und der Rest des Stammes verbringen friedlich ihr Leben im üppig bewaldeten Tal, immer auf der Jagd nach dem nächsten Kaninchen. Doch eines Tages wird ihr idyllisches Leben von der nächsten Stufe in der Menschheitsgeschichte bedroht – dem Bronzezeitmenschen! Mit seinen überlegenen Gerätschaften und Waffen fällt er ins Tal und vertreibt Dug und seine Freunde. Doch der will nicht so leicht aufgeben und fordert Lord Nooth und sein Regime heraus – zu einem Fußballspiel um die Zukunft des Tales!

Das Feld der Filmanimation ist vielfältig und doch kann man ziemlich sicher behaupten, das gegenwärtig computergenerierte Bilder den Mainstream fest im Griff haben – Disney/Pixar, Dreamworks, Universal, „Minions“ und Co., sie alle dominieren an den Kinokassen und selbst kleinere Produktionen schwören auf Rechenpower. Im Stop-Motion-Bereich haben sich in den letzten Jahren besonders Laika („Kubo – Der tapfere Samurai“, „Paranorman“) und eben Aardman hervorgetan. Doch vielmehr scheint es nicht zu geben, was international Aufmerksamkeit erregt. Schon alleine deshalb, und weil in derlei animierten Bildern immer eine Menge mühseliger Handarbeit steckt, muss man einen neuen Film wie „Early Man“ schon aus Prinzip ganz besonders warmherzig empfangen. Und zweifelsohne gilt erneut: Der Film sieht toll aus, die Animationen sind gelungen und strotzen nur so vor Details.

Aber am Ende des Tages sind all die verschiedenen Modi des Filmemachens doch zumeist eher kosmetischer Natur – was kann denn die Geschichte? Und leider überzeugt „Early Man“ in diesem Punkt eher weniger. An familienfreundlicher Unterhaltung möchte man vielleicht nicht die gleichen Maßstäbe setzen wollen wie an ein philosophisches Arthouse-Drama. Dennoch ist die Handlung rund um den Steinzeit-Fußball arg seicht ausgefallen. Die klassische Story vom Underdog verläuft hier so geradlinig und vorhersehbar wie auf Schienen ab, dass man bisweilen nur noch ungeduldig darauf wartet, wann denn endlich dieser oder jener Moment eintritt, den man schon seit den ersten Minuten antizipiert hat. Starke emotionale Momente kann das Drehbuch ebenfalls nicht vorweisen – außer jenen vielleicht, die einem erfundenen Fußballspiel innewohnen könnten (Stichwort: Elfmeter). Was bleibt sind einige Schmunzler und handwerklich grandios in Szene gesetzte, äußerst charmante Langeweile.

Fazit: Nett.

5/10

 

Bildnachweis: StudioCanal

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