Film-Review: „Predator – Upgrade“

Regie: Shane Black

mit: Boyd Holbrook, Olivia Munn, Jacob Tremblay

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Er ist hässlich und tödlich und seit 1987 nicht mehr aus der Filmgeschichte wegzudenken: Die Rede ist natürlich vom Predator, der im gleichnamigen Actionfilm jeden einzelnen Muskel von Arnold Schwarzenegger beanspruchte. Seitdem ist der außerirdische Jäger im Kino, in Comics und Videospielen zuhause, stets auf der Suche nach der nächsten Jagdtrophäe. Auf insgesamt fünf Kinoeinsätze kommt er, wobei er sich zweimal mit dem legendären Alien angelegt hat und nun bekommt er es mit seinem bislang stärksten Gegner zu tun – einer aufgemotzten Version seiner selbst, dem „Predator – Upgrade“:

In Mexiko fällt eines Tages ein Raumschiff vom Himmel, das umgehend vom sich in der Nähe befindenden Scharfschützen Quinn (Boyd Holbrook) inspiziert wird. Der schnappt sich kurzerhand einige Teile aus dem Wrack, ohne auch nur den geringsten Schimmer davon zu haben, was er damit anrichtet. Denn nur wenig später ist ihm ein Exemplar einer außerirdischen Rasse auf den Fersen, das seine Sachen unbedingt wiederhaben will. Wenn es doch nur bei diesem einen Problem bliebe…

Für „Predator – Upgrade“ nahm Shane Black auf dem Regiestuhl Platz und in gewisser Weise schließt sich hier der Kreis: Denn Black stand einst beim allerersten Film im Franchise selbst vor der Kamera und war sogar das erste Todesopfer aus Arnies Truppe. Nun hat er also das Kultmonster in Szene gesetzt – aber ist ihm das Unterfangen auch gelungen?

Black weiß jedenfalls, wie man „Fanservice“ buchstabiert, denn auf Anhänger des Predators warten einige Anspielungen auf die vorangegangenen Filme in Form von Bildern, Zitaten und auch der Musik. Zudem ist es eine große Stärke seines Films, dass er auch seinen allseits beliebten Dialogwitz hat einfließen lassen. Besonders zu Beginn, wenn Quinn und seine neuen Freunde aufeinandertreffen, werden Sprüche am laufenden Band geklopft, als gäbe es keinen Morgen mehr. In den Szenen trumpft das Ensemble, dem unter anderem auch Thomas Jane („Punisher“), Trevante Rhodes („Moonlight“) und Keegan-Michael Key („Keanu“) angehören, voll auf. Die Chemie stimmt untereinander einfach und wenngleich die Figuren insgesamt recht grob und klischeehaft angelegt wurden, so füllen die Darsteller sie mit komödiantischem Talent zur Genüge mit Leben. Anders als zum Beispiel die ballernden Söldner im 2010er „Predators“ kann man für diese Gruppe wirklich ein paar Sympathien entwickeln.

Mitunter driftet aber alles arg ins Alberne, was ein zweischneidiges Schwert ist. Während vom Humor vor allem die Figuren profitieren, nehmen andere lustige Elemente dem Film eine gehörige Portion Intensität, was manchmal ganz nah an der Grenze zur Selbstparodie gerät (Stichwort: Hunde). Dabei sind einige frühe Actionszenen durchaus intensiv geraten, wenn vor allem die haushohe Überlegenheit des Titelmonsters effektiv zur Schau gestellt wird. Insgesamt ist „Predator – Upgrade“ aber der mit Sicherheit humorvollste Eintrag in der Filmreihe, dessen Spaßeinlagen ein wenig übers Ziel hinausschießen. Für langjährige Fans dürfte das gewöhnungsbedürftig sein, gaben sich die bisherigen Filme doch vergleichsweise ernst und düster. Dafür frohlocken die über einen angemessenen Härtegrad, den man nach Bekanntwerden der FSK 16 nicht in der Form erwartet hätte. Hier fliegen wortwörtlich die Fetzen!

Unter einem großen Manko leidet „Predator – Upgrade“ aber auch aus handwerklicher Sicht, denn leider ist Shane Blacks Werk einfach nicht besonders gut inszeniert. Man könnte es sicher auch dem Drehbuch ankreiden, dass sich circa 90 Prozent des Films in der Nacht abspielen, aber nichtsdestotrotz sollte doch für vernünftig ausgeleuchtete Szenen gesorgt sein. Doch viel zu oft läuft die Action im Dunkeln ab. Die Lichtarmut und ein teils verwirrender Schnitt sorgen nicht nur einmal dafür, dass man die Orientierung in Bezug auf den Handlungsablauf und der räumlichen Verortung verliert – wer hat gerade wie und wo etwas gemacht? Bei „Predator – Upgrade“ sind das legitime Fragen, die aber eigentlich gar nicht erst aufkommen dürften.

Fazit: Insgesamt ist „Predator – Upgrade“ der beste Beitrag zum Franchise seit 1987, was allerdings mehr über die mittelmäßige Qualität der anderen Teile aussagt, als über die Vorzüge dieses Films. Shane Black hat einen witzigen und damit unterhaltsamen Film mit deutlichen inszenatorischen Defiziten gemacht und man wird das Gefühl nicht los, dass die Zeit gekommen ist, den interstellaren Trophäensammler endgültig in den Ruhestand zu schicken.

5/10

 

Bildnachweis: Fox

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